• Petra Grossmann

Die Anmeldung auf dem Einwohnermeldeamt

Aktualisiert: Sept 3

In Deutschland gilt die Meldepflicht. Das heißt, dass Ihr neuer Mitarbeiter oder Ihre neue Mitarbeiterin sich innerhalb von 2 Wochen anmelden muss, wenn er oder sie sich über 90 Tage in Deutschland aufhält.


14 Tage Zeit – aber nicht ohne Fallstricke

Wenn Ihr neuer Kollege noch nie zuvor in Deutschland gemeldet war, dann muss er sich persönlich anmelden, das heißt eine Anmeldung in Vertretung und mit einer Vollmacht kann nicht vorgenommen werden. Bei Paaren oder Familien darf aber in der Regel ein Ehepartner den anderen vertreten.


Diese Unterlagen müssen dabei sein

Zur Anmeldung benötigt ihr Mitarbeitender seinen gültigen Pass oder Personalausweis und eine Wohnungsgeberbestätigung (§19 Bundesmeldegesetz). Mit der Wohnungsgeberbestätigung bestätigt der Eigentümer der Wohnung, dass ihr Mitarbeitender tatsächlich in dieser Wohnung lebt. Der unterzeichnete Mietvertrag ersetzt nicht die Wohnungsgeberbestätigung, da darin nicht alle wichtigen Informationen enthalten sind.

Problematisch kann die Anmeldung auf dem Einwohnermeldeamt werden, wenn ihr neuer Kollege in einem Hotel oder einem AirBnb untergebracht ist. Die Wohnungsgeberbestätigung wird nicht immer vom Hotel oder den Eigentümern möblierter Apartments ausgestellt.

Verheiratete Paare benötigen übrigens auch noch ihre Heiratsurkunde plus beglaubigter Übersetzung. In manchen Fällen muss zusätzliche noch eine Apostille vorgezeigt werden. Fragen Sie auch hier vorab unbedingt nach, welche Unterlagen notwendig sind. Im schlimmsten Fall wird ihr Mitarbeitender als unverheiratet angemeldet und rutscht in eine schlechtere Steuerklasse.


Experten-Tipp: fragen Sie vor der Anmietung der ersten Unterkunft unbedingt nach, ob der Vermieter eine Wohnungsgeberbestätigung nach §19 des Meldegesetztes ausstellt. Hier finden Sie eine Wohnungsgeberbestätigung zum Download.



Anmeldung nach vorheriger Terminabsprache – nicht immer sinnvoll

Viele Einwohnermeldeämter oder Bürgerämter bieten einen Terminservice an. So erspart ihr neuer Kollege sich lange Wartezeiten.

Sollten Sie den Termin nicht innerhalb der 2 Wochenfrist vereinbaren können, so sind Sie meldetechnisch aus dem Schneider.


Allerdings kann das trotzdem problematisch werden, da Bankkontoeröffnung und viele weitere Schritte, wie die Vorsprache auf der Ausländerbehörde gefährdet sind. Bei längeren Wartezeiten auf einen Termin kann es dann eventuell doch die bessere Lösung sein, ohne Termin und dafür mit langen Wartezeiten zur Anmeldung zu gehen.

Bei der Anmeldung wird ihr Mitarbeitender unter anderem nach seiner Religionszugehörigkeit gefragt. Das liegt daran, dass Religionsgemeinschaften in Deutschland die Kirchensteuer durch das Finanzamt einziehen lassen können. Auf diesen wichtigen Punkt sollten Sie Ihren neuen Kollegen unbedingt hinweisen.


Nach der Anmeldung auf dem Einwohnermeldeamt bekommt ihr Mitarbeitender seine Steueridentifikationsnummer automatisch per Post zugeschickt. Erklären Sie ihrem Mitarbeiter, dass diese wichtige Post kommen wird und dass Sie diese Nummer benötigen, um ihn komplett im System zu verankern.


Zu kompliziert, das alles ihrem neuen Kollegen, ihrer Kollegin zu erklären? Hier finden Sie diesen Artikel auch in Englisch.


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Bitte beachten Sie: unsere Inhalte sind nicht rechtlich bindend, beruhen auf eigenen Erfahrungen und können an verschiedensten Standorten in Deutschland ganz unterschiedlich gehandhabt werden.

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